6bwqmd.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner
oyxtba.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner
qm63e0.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner
yk12rc.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner

 

 

 

zftwn4.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner
ea09jj.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner

 

hh27qk.jpg
Erstellt mit: www.meme-generator.de Erstellt von: Maximilian Wagner

 

Januar und Juni haben drei Sachen gemeinsam: beide Monate beginnen mit dem Buchstaben ‚J‘, beide läuten das Ende des Semesters ein und beide sind Prüfungszeit. Und Prüfungszeit an der Uni bedeutet eines: viele Emails mit dem Inhalt „Hallo, kann mir wer seine Mitschrift schicken?“. Ein satirischer und ein ernster Blick auf das Phänomen.

Ein satirischer Blick auf die „Hat wer bitte eine Mitschrift“-Emails.
Ich muss gestehen, dass ich in meiner Studienzeit bisher niemals eine solche Email geschickt habe. Zumindest niemals als Massen-Email an die ganze Vorlesung. Und schon gar nicht 2 Tage vor der Prüfung. Ich wusste meist bereits zu Semesterbeginn, wenn ich eine Vorlesung nicht besuchen kann. Dann habe ich mich meist zu Semesterbeginn gleich schlau gemacht, ob die Begleit-Unterlagen ausreichen. Ob es alte Prüfungsfragen gibt. Ob es alte Mitschriften gibt.

Oder ob jemand in der Vorlesung sitzt, der mir
a) noch einen Gefallen offen ist
b) der mir auch so einen Gefallen tun würde
c) mit dem ich ein Tauschgeschäft „Mitschrift gegen Mitschrift“ eingehen kann.
Wenn alles nichts half, habe ich mich abwechselnd auf meinen Fleiß verlassen, auf mein Glück oder darauf, dass ich an einer negativen Note nicht psychisch zerbrechen werde.

Wenn ich aber plötzlich zu Semesterende eine Prüfung schreiben wollte, die ich gar nicht eingeplant hatte, so hab ich im persönlichen Umfeld nachgefragt. Oder Facebook-Gruppen nach Infos durchstöbert.

Was mich persönlich brennend interessieren würde: Wie hoch ist die Erfolgsquote solcher Massenaussendungen? Und wie oft kommen dumme Kommentare oder genervte Emails als Antwort zurück? Oder sympathisierende Emails? Oder Mitleidsbekundungen? Ich weiß es ja nicht…

Wie sehen solche Emails aus? Anleitung zum Email-Selber-Schreiben (+ Verbesserungsvorschläge)

Wie schreibt man also jetzt so eine Email. Dieser Frage bin ich mit Hilfe meines umfangreichen Archiv-Materials (Mitschrift-Bitten-Emails aus 4 Jahren Studium) mal auf den Grund gegangen.

Da die meisten dieser Emails über PlusOnline oder Blackboard verschickt werden, haben sie standartisiert den Titel der betreffenden Lehrveranstaltung im Betreff.

Betreff

z.B.: „14W59829122: Einführung in das Erbetteln von Mitschriften Standardgruppe VO“ + meist das Anhängsel „Mitschrift“ oder „Hilfe“

Begrüßung/Anrede

Bereits hier müssen harte Entscheidungen getroffen werden. Bleibt man formal oder geht man auf Kumpelpositionierung? Oder belässt man es bei einem generischen „Hallo“?

Häufig benutzte Floskeln:

unpersönlich

Hallo

Hallo Leute

Kumpel:

Hi

Serwas

Formal:

Liebe Mit-Studierende

Liebe Kollegen und Kolleginnen

Geschätzte Kommilitonen

Hauptteil + Schluss

Der Hauptteil ist meist sehr ähnlich. Er folgt einer klaren Struktur. Gehen wir diese mal der Reihe durch.

1.(optional; folgende Formeln sind manchmal vor dem Hauptteil, kann man je nach Lust und Laune also integrieren oder weglassen: „Ich weiß, dass solche Emails nerven…“ oder „entschuldigt die Massenmail, aber“)

2. Betonen, dass man leider die VO nicht besuchen konnte

3. einen beliebigen Grund nennen, warum man das nicht konnte. Beliebte Gründe sind: Überschneidungen mit anderen Lehrveranstaltungen, Krankheit, schlechte Busverbindung (vor allem bei Abendveranstaltungen), Arbeit, Kind, Familie, Auslandssemester.

4. betonen, dass man die Prüfung aber unbedingt machen möchte oder muss

5. Optional: Sich Mitleid verschaffen, indem man betont, wieviel davon abhängt: Studienabschluss, Stipendium, Schulpraktikum, Studienabschnitt, Folge-Lehrveranstaltung. Besonders beim 3. und letzten Prüfungstermin tauchen diese Begründungen häufiger auf. Auch betonen, wie lieb das von der Person wäre, wenn sie dir Unterlagen oder Infos zuschicken würde

6. Je nach Begrüßung eine passende Schlussformel: LG, GLG, MfG, Mit besten Grüße; + Name

Endergebnis

Wenn du alles richtig gemacht hast, sollte am Ende eine Email herauskommen, die ungefähr so aussieht:

Hallo Leute,

ich weiß solche Emails nerven, aber ich konnte leider aufgrund von XXXXXX die Vorlesung nicht besuchen. Ich bräuchte die Prüfung aber unbedingt, da XXXXXX. Da bald bereits der nächste Prüfungstermin ist, wollte ich fragen ob wer eine Mitschrift für mich hat. Das wäre echt voll lieb von euch!

LG XXXXX

Tipps & Tricks (nicht ganz ernst gemeint)

1. Bau einige Rechtschreibfehler ein. Das zeigt, dass du so im Studienstress bist, dass du nichtmal eine kurze Email Korrektur lesen kannst. Außerdem beweist es, dass du nicht den selben korrekturgelesenen Standardtext vom letzten Semester erneut kopiert hast.

2. Chatsprache und Emoticons können helfen die ernste Stimmung aufzulockern, z.B.: „Hat wer eine Mitschrift für mich? 😉 Wäre euch soooooo dankbar <3 lol“

3. Erweitere dein Beuteschema: Frag nicht nur nach Mitschriften, sondern auch nach alten Prüfungsfragen, Gedächtnisprotokollen der letzten Prüfung, Tipps – oder generell ob noch wer die Prüfung nächste Woche mitschreibt. Das erhöht die Antwortrate.

4. Biete doch Bier oder sonstigen Alkohol als Tauschgut an. Das kommt immer gut an!

Wieder etwas ernster

Was ich damit eigentlich sagen möchte: Ja, solche Emails können manchmal, gerade wenn jeder in Prüfungsphase sowieso mehr zu tun hat oder wichtigere Emails erwartet, etwas nerven. Und sie erinnern an die Parabel, in denen jemand nicht vorgesorgt hat für den Winter. Auch wenn das vielleicht gar nicht stimmt oder im Einzelfall gar nicht zutrifft. Das ist einfach der Eindruck der entstehen kann.
Aber es hat noch einen anderen Grund, warum ich nicht viel von diesen Emails halte. Ich halte diese Methode für wahrlich ineffizient. Es gibt inzwischen zu jedem Studienfach Facebook-Gruppen zum Austausch von Mitschriften und Infos zum Studium (zusätzlich zu den persönlichen Kontakten). Oftmals kann man dort Unterlagen bekommen, ohne auch nur eine einzige Person direkt anzuschreiben. Man vermeidet redundante Anfragen an die gesamte Vorlesung: das können unter Umständen mehrere hundert Leute sein. Und dort in den Gruppen teilen oft genug Studierende ganz freiwillig ihre Aufzeichnungen.
Und ja, es ist ein großer Unterschied, ob eine solche Anfrage per Email kommt, oder ob sie auf Facebook gestellt wird: die Email landet in meinem Emailpostfach (und dem von vielen vielen anderen); sie kommt also zu mir, egal ob ich das möchte oder nicht. Sie kommt zu jeder Tages- und Nachtzeit, da die meisten ihre Emails direkt auf das Handy bekommen.
In Facebook jedoch muss ich aktiv eine Gruppe ansteuern. Ich komme also zur Anfrage, anstatt dass die Anfrage zu mir kommt.

Und am Ende finde ich persönlich es viel schöner, wenn Solidarität nicht aus Genervtheit gelebt wird oder erbeten werden muss, sondern freiwillig geschieht. Wenn man seine Mitschrift teilen kann, ohne explizit dazu aufgefordert oder gebeten zu werden. Und wenn man eine Mitschrift nutzen kann, ohne explizit oder aufdringlich darum bitten muss.

Und letztlich auch, weil ich als Person eine Mitschrift in einer Facebook-Gruppe hinterlassen kann, die auch nach 2 Jahren noch mir zugeordnet werden kann und wo es mit einem einmaligen Hochladen erledigt ist. Per Email wandern die Mitschriften oftmals unkontrolliert umher, oder die selbe Anfrage für eine Mitschrift kommt 2 Monate später wieder – beim nächsten Prüfungstermin. Unnötig, oder? Finde ich auch.

P.S.: Lieber Leser, liebe Leserin,
solltest du jemals solche Emails geschrieben haben: es ist nicht böse gemeint und nein, ich will es dir zukünftig auch gar nicht verbieten und ja, ich verzeihe dir. Ich wollte nur sowohl einen humoristischen, als auch einen ernst-gemeinten Blick darauf werfen.